Alles Bio

Themen:
Gute Gründe, bewusst Bio-Produkte zu kaufen
Lebendige Nahrung
DOK-Versuche seit über 30 Jahren

Gute Gründe, bewusst Bio-Produkte zu kaufen

Jede landwirtschaftliche Tätigkeit steht in direkter Beziehung mit der Natur, d.h. dem Boden, dem Wasser, der Luft und der Sonne und den daraus hevorgehenden und sich ernährenden Pflanzen, Tieren und Menschen. Je nachdem wie die Menschen Landwirtschaft betreiben, fördern oder schädigen sie diese natürlichen Grundlagen.

Die Biolandwirtschaft achtet weitgehend auf einen geschlossenen Kreislauf zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Durch angepasste Fruchtfolgen mit organischen Rückständen aus den Pflanzen sowie Dünger von biologisch ernährten und artgerecht gehaltenen Tieren wird ein Humusreservoir aufgebaut mit dem Resultat, dass CO2 im Boden gespeichert wird. Ein humusreicher Boden ist durchlüftet und kann zudem große Mengen Wasser speichern und so Klimaextreme abpuffern; bei Überschwemmungen kann er viel überschüssiges Wasser aufnehmen und bei Trockenheit bietet er umfangreiche Wasserreserven.

Im Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft verzichtet Biolandbau auf chemisch-synthetische Dünger und Pestizide. Die Mikroflora im Boden wird damit nicht in ihrer vielseitig abgestimmten Zusammensetzung gestört, und es können aufgrund der Nichtanwendung keine Nitrat- und Pestizidrückstände aus dem Boden ausgewaschen werden.

Während der Einsatz mineralischer Dünger und synthetischer Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel die Artenvielfalt gefährdet, wird beim Biolandbau gerade die Vielfalt der Arten genutzt, um z.B. Schädlingsaufkommen in Grenzen zu halten. Auch der hohe Energieeinsatz für die Herstellung stickstoffhaltiger Mineraldünger wird beim Biolandbau eingespart. Im Biolandbau ist die Gentechnik mit ihren unbekannten Einflüssen auf alle Naturreiche strikt verboten.

In der Biolandwirtschaft werden die Nutztiere respektiert. Anstatt eine große Zahl von Tieren auf kleinem Raum zu halten und langen Transportwegen auszusetzen, haben die Tiere im Biolandbau ausreichend Platz und Bedingungen, um angeborenes und erlerntes Verhalten auszuleben. Sie werden mit biologisch angebautem Futter ernährt unter Verzicht auf antibiotische und hormonelle Leistungsförderer. Kranke Tiere werden, sofern möglich, mit Naturheilverfahren gepflegt. Transportwege werden prinzipiell auf einem Minimum gehalten.

Die Bio-Verbände und auch die EU haben diese Grundsätze in komplexe Bio-Richtlinien eingearbeitet, die als Basis für die Überprüfung der Betriebe gelten.

Weitere Informationen erhalten Sie in den Links.

Stark gekürzter Auszug aus Agrikultur Oktober 2003 N°9/10

Lebendige Nahrung

Die Nahrungsmittelqualität wird heute üblicherweise durch die mengenmässige Angabe einzelner Stoffe bestimmt, wie z.B. Eiweiss, Kohlenhydrate, Fett, Vitamine, Mineralstoffe. Dabei geht der Ernährungswissenschaftler davon aus, dass der Gesundheitswert, bzw. der Nährwert ganz allein auf seiner messbaren stofflichen Zusammensetzung beruht.

Diese eingeschränkte Sichtweise entspricht in etwa der Aussage, dass die Qualität eines Musikstückes sich aus der Anzahl der verschiedenen Noten ergeben würde oder die Veröffentlichung eines Romanes in Bücherform, dessen Qualität sich ganz allein aus Seitenzahl und Menge an Druckerschwärze des Buches beurteilen liesse.

Will man vom quantitativen Erfassen von Einzelstoffen zur qualitativen Beurteilung von Lebensmittel kommen, dann sind andere Wege notwendig. Einer dieser Wege ist die Steigbildmethode, die es erlaubt, die Vitalqualität eines Produktes sichtbar zu machen. Die Beurteilung dieser Bilder durch Spezialisten wie z.B. Frau Dr. Balzer-Graf führt zu reproduktiven Ergebnissen, wie zum Beispiel beim DOK Versuch von Fibl in der Schweiz.

Aber auch der Laie kann sich mit etwas Übung in die Welt der lebendigen Natur und ihrer Qualität einarbeiten.

DOK-Versuche seit über 30 Jahren!

Der DOK-Versuch (D=Demeter, O=Organisch, K=Konventionel) ist eine Vergleichsstudie, indem ein konventionelles (integriertes) und 2 biologische Landbausysteme (Demeter und Bio) miteinander verglichen wurden. Über einen Zeitraum von mittlerweile über 30 Jahren wurden die 3 Bewirtschaftungsformen hinsichtlich Bodenfruchtbarkeit, Nachhaltigkeit, Artenschutz sowie auch die Produktqualität intensiv und mit einer wissenschaftlichen Systematik untersucht.

Es zeigte sich, dass der biologische Landbau sowohl energie- als auch nährstoffeffizienter als die konventionelle Landwirtschaft ist. Im biologisch-dynamischen (Demeter) Anbau wird noch dazu die Bodenstruktur und die Fruchtbarkeit besonders gefördert.

Abb.: Demeter Kühe dürfen ihre Hörner behalten

Abb.: Man kann auch Kartoffelplanzen abhächseln (unten), statt totspritzen (oben)!

Abb.: Sichtbare Vitalqualität eines Produktes mittels Steigbild