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OIKOPOLIS-Beteiligungen
Dass die OIKOPOLIS sàrl ziemlich genau acht Jahre nach Gründung ihrer Vorläufergesellschaft am 19. Dezember 1997 Ende 2005 um die OIKOPOLIS Participations SA ergänzt wurde, war aus finanzierungstechnischen Gründen folgerichtig.
Dennoch gehorchte die Umstrukturierung der Gruppe zur Holdinggesellschaft nicht ausschließlich dem Ziel, für die damals schon involvierten Betriebe ein gemeinsames Instrument zur Finanzbeschaffung zu haben.
Tatsächlich zeichnete sich bereits 2005 eine Tendenz ab, die mittlerweile fast zum Trend wird: immer mehr einschlägig ausgerichtete Betriebe suchen aktiv den Kontakt zur OIKOPOLIS-Gruppe, um eventuell unter das Dach von deren Beteiligungsgesellschaft zu kommen. Denn gerade Hersteller und Dienstleister mit ökologischer und sozialer Zielsetzung wollen oder brauchen eine starke Gemeinschaft zur Absicherung ihrer eigenen unternehmerischen Zukunft.
Die Hintergründe variieren
Eines ist den Betrieben, die Teil des OIKOPOLIS-Netzwerks sind, gemeinsam: die Aussicht auf existenzsichernde Synergien. Dennoch bringt jeder von ihnen seine eigene Geschichte mit. Beim Kass-Haff zum Beispiel stellte sich die Frage nach der Zukunft aus strukturellen Gründen, denn die traditionelle Form des bäuerlichen Familienbetriebs bot keine Perspektive mehr.
Das Dilemma kennt jeder Landwirt, der einen Hof übernimmt: das Kapital ist in Immobilien und Maschinen gebunden, eine Auszahlung der Mit-Erben und allfällige Betriebsinvestitionen addieren sich schnell zur Existenzbedrohung.
Hier war die Umwandlung in eine sàrl die Lösung. Die neue Gesellschaftsform mit mehreren Anteilseignern erlaubte den Verbleib von Kapital im Betrieb und ermöglichte Kapitalaufstockungen durch neue Teilhaber, in diesem Falle die OIKOPOLIS Participations und weitere Privatpersonen. Ohne sie wäre eine Kreditaufnahme bei Geldinstituten nicht gelungen. Erst der Nachweis des nun erhöhten Eigenkapitalanteils sorgte für die Bereitstellung des in Aussicht gestellten Bankkredits und sicherte so die Gesamtfinanzierung.
Im Verbund zu neuer Größe
So konnte dem Betrieb nachhaltig geholfen werden, doch auch die Gruppe selbst profitiert von ihrer Hilfestellung. Denn gemeinsam können auch kleinere „Marktteilnehmer“ in wirtschaftlich schwierigen Feldern überleben. Entscheidend ist bei derartigen Anteils-Übernahmen stets die unterstützende Wirkung.
Eine Vergrößerung um ihrer selbst willen strebt die OIKOPOLIS-Gruppe genauso wenig an wie Marktmacht „an sich“. Vielmehr will sie auch mit dem Knüpfen neuer Verbindungen der eigenen Philosophie treu bleiben. Das heißt: der Geschäftszweck der Gruppe selbst und ihres gesamten Netzwerks soll dezidiert „biologisch & fair“ sein und insofern „gut für Mensch und Natur“.
Mittlerweile haben sich folgende Betriebsbeteiligungen unter dem OIKOPOLIS-Dach versammelt (in absteigender Reihenfolge geordnet nach prozentualer Beteiligung durch die OIKOPOLOIS Participations SA):
- BIOG Molkerei sàrl (95,23 %)
Aus verschiedenen Gründen endete die 15 Jahre dauernde Kooperation der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg mit der LUXLAIT-Genossenschaft zum Jahresende 2015. Seit Januar 2016 werden die bisher von der LUXLAIT für die BIOG konfektionierten Produkte, d.h. die bekannte BIOG-Milch und die BIOG-Joghurts, nicht mehr auf dem Roost, sondern in der von den Bio-Bauern im Herbst letzten Jahres neu erstellten Molkerei in Bascharage produziert.
Zuvor wurde eine Gesellschaft gegründet, an der die OIKOPOLIS Participations das Gros der insgesamt 210 Anteile stellte, während jeder interessierte BIOG-Milchbauer (zum Gründungszeitpunkt zehn von zwölf) sich mit jeweils einem Anteil à 1.000 Euro beteiligte. Daraus ergab sich für die BIOG Molkerei sàrl ein Eigentumsverhältnis, bei dem die OIKOPOLIS Participations SA mit 200 von 210 Anteilen (= 95,23%) alle anstehenden Investitionen absichern kann, ohne die beteiligten Bio-Milchbauern zu belasten.
Den Umbau leistete die OEKimmO SA als zentrale Dienstleisterin der OIKOPOLIS-Betriebe, die gesamte Prozessplanung lag in der Hand des BIOG-Geschäftsführers Volker Manz, der in Personalunion auch die neue Molkerei leitet. So hielt sich der Investitionsaufwand in überschaubaren Grenzen. Für die Biomilchbauern ergibt sich so erstmalig die Gelegenheit, ihr gesamtes Produktvolumen zu originären Biomilchpreisen verkaufen zu können, denn Übermengen werden künftig an Kooperationspartner im benachbarten Ausland weitergeleitet, die ihrerseits auf die Verarbeitung von Biomilch spezialisiert sind und dem entsprechende Marktpreise zahlen.
Die BIOG-Molkerei sàrl bleibt prinzipiell offen für die Beteiligung neu umgestellter Bio-Milchbauern, aber auch der LUXLAIT, die ein solches Angebot im Oktober 2015 allerdings schon einmal ausgeschlagen hat. Voraussetzung für die Beteiligung der Milchproduzenten an der Molkerei-Sàrl ist lediglich die Mitgliedschaft in der BIOG-Genossenschaft und die Befolgung von deren Statuten, die u.a. die Zertifizierung durch „Bio-Lëtzebuerg – Vereenegung fir biologesch Landwirtschaft Lëtzebuerg asbl“ beinhalten.
Zum Gründungszeitpunkt im September 2015 waren folgende BIOG-Mitglieder an der Molkerei-Sàrl beteiligt: Dormans, André / Fischbach; Jacobs Francis / Kalborn; Kaes Jean-Marie / Hoscheid-Dickt; Kass-Haff sàrl / Rollingen; Koeune, Marco / Harlange; Scharll, Roland / Lellingen; Schanck, Jos / Hupperdange; Schmit, Änder / Dudelange; van Dyck, Serge / Leudelange; Witry, Pierre / Dippach.
Nähere Informationen zu den beteiligten (Milchbauern-)Betrieben
Mehr Info:
Aktivitäten zur Milchverarbeitung innerhalb der BIOG-Genossenschaft
Homepage der BIOG-Molkerei
- OIKO-Bakhaus sàrl (50,00 %)
Für alle Fans der legendären Boulangerie Artisanale Obertin war es 2013 eine echte Frohbotschaft: der Nachschub an leckeren Bio-Backwaren blieb gesichert. Auch wenn Bio-Back-Pionier Fränk Obertin die alte Fabrikationsstätte in Remerschen aufgab.
Nun werden die leckeren Vollwertbrote und – brötchen mit dem Biolabel ebenso wie alle zuvor an der Mosel gefertigten Demeter-Backwaren - und jede Menge ebenso schmackhafter Neuentwicklungen! - im Syrdall produziert. Genauer: im OIKOPOLIS-Zentrum. Dort nahm das OIKO-Bakhaus im Sommer 2013 den Betrieb auf. Angesiedelt in der großen Halle des Gebäudes OIKOPOLIS I, liegt es dank der räumlichen Nähe zum Logistiker BIOGROS strategisch günstig zur Belieferung aller NATURATA-Bio-Marchés, nicht nur des großen Ladens direkt gegenüber.
Den unmittelbaren Anstoß zur Gründung gab die Pensionierung von Fränk Obertin und die ungelöste Nachfolgefrage in dessen Betrieb. Im Sinne vieler Betroffener – vom Getreide liefernden BIOG-Bauern über die bislang aus Remerschen belieferten NATURATA-Filialen bis zu Obertins sonstiger Stammkundschaft – galt es nun, die Verarbeitung über die Wertschöpfungsstufen vom BIOG-Getreide über Mehl zu Brot und weiteren echt Luxemburger Bio-Backwaren auch künftig sicherzustellen.
Gemeinsame Initiative
Zusammen mit Fränk Obertin und Horst Sander aus Saarbrücken, seines Zeichens ebenfalls langjähriger Bioback-Partner von NATURATA, beschloss die OIKOPOLIS-Gruppe deshalb, gemeinschaftlich die OIKO-Bakhaus sàrl zu gründen. Im Dezember 2012 unterzeichneten die neuen Gesellschafter Fränk Obertin, Bäckerei Sander GmbH und OIKOPOLIS Participations SA den Gründungsvertrag einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (sàrl), die eine Bio-Bäckerei in Weiterführung der vormaligen Bäckerei Fränk Obertins betreiben soll. Die Anteile der neu gegründeten Gesellschaft verteilen sich dabei zu je gleichen Teilen (25%) auf die beiden beteiligten Bäcker, während die OIKOPOLIS Participations SA als Hauptgesellschafterin 50% der Anteile hält.
Das Inventar wurde, ebenso wie der Fonds de Commerce, der alten Boulangerie Artisanale von „Pains Obertin“ in Remerschen abgekauft. Auch die Mitarbeiter behielten ihren Arbeitsplatz und führen nun ihre Bäckertätigkeit in der neuen Gesellschaft weiter. So bleibt das Knowhow der schon seit dreißig Jahren bestehenden Bio-Pionier-Bäckerei Obertin erhalten und kann über die neue Gesellschaft kontinuierlich weiter entwickelt werden. Dies ermöglicht zugleich die Fortführung der luxemburgischen BIOG-Getreideproduktion und voraussichtlich sogar deren Ausbau.
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- Oiko-Consulting sàrl (50,00 %)

Die Oiko-Consulting sàrl wurde am 18. August 2000 von Georges Goedert, BIOGROS SA und NATURATA SA gemeinschaftlich gegründet. Zweck der Gesellschaft war und ist die Beratung und Betreuung im Bereich Marketing für einen spezifischen Kundenkreis – Personen, Gesellschaften, Vereinigungen oder Betriebe, die in ihrer Wirtschaftsweise vornehmlich ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen. Zum Portfolio gehört dabei neben der allgemeinen Beratung in Wirtschaftsfragen insbesondere die Konzeption von Marketingstrategien mit Blick auf Budget, Produktauswahl, Werbung und Vertrieb. Auch die von der strategischen Entwicklung bis hin zur Implementierung der neuen Maßnahmen notwendigen Koordinationsaufgaben kann Oiko-Consulting übernehmen.
Im Dezember 2012 beschlossen die bisherigen Gesellschafter einstimmig, die bisherigen Anteile von BIOGROS SA und NATURATA SA an die OIKOPOLIS Participations SA übergehen zu lassen. Seitdem hält diese 50% aller Anteile der Oiko-Consulting sàrl.
- Hëpperdanger Wandenergie sàrl (32,90 %)

1995 von Jos und Änder Schanck sowie drei weiteren Kollegen ins Leben gerufen, hängt die Gründung der Gesellschaft zumindest indirekt mit der Atomkatastrophe zusammen, die sich fast zehn Jahre zuvor im ukrainischen Tschernobyl ereignet hatte. Der damalige Super-GAU sorgte für einen allmählichen Bewusstseinswandel einer breiten Öffentlichkeit. Nach und nach wuchs die allgemeine Sensibilität für das Potenzial erneuerbarer Energien. Bereits Anfang der 90er Jahre hatte die damalige luxemburgische Regierung unter dem Eindruck der Tschernobyl-Katastrophe von 1986 beschlossen, alle Formen der Gewinnung erneuerbarer Energien in Luxemburg voranzubringen.
Windmessungen auf einer Anhöhe in direkter Nachbarschaft der Felder des Schanck-Hof in Hüpperdingen belegten 1994 die hervorragende Eignung der umliegenden Kuppen für die Produktion von „grüner“ Windenergie. Da es der Hëpperdanger Wandenergie sàrl als neu gegründeter Firma aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich war, eigene Windkraftanlagen zu erstellen, wurde 1998 die Aktiengesellschaft Wandpark Gemeng Hengescht SA gegründet, in der die Hëpperdanger Wandenergie sàrl mit 25% der Anteile die größte Teilhaberin wurde.
Bemerkenswert an dieser Konstellation war, dass in der neuen Aktiengesellschaft die damalige CEGEDEL (Compagnie grand-ducale d'électricité de Luxembourg), die SEO (Société Électrique de l'Our), die Agence de l’Energie und eine Privatfirma namens „Wand an Waasser“ mit der Gemeinde selbst und der Hëpperdanger Wandenergie sàrl zusammen kamen – eine Interessengemeinschaft, deren Modellcharakter später immer wieder hervorgehoben wurde. In vier Phasen errichtete die Gesellschaft insgesamt 12 Windkraftanlagen mit unterschiedlicher Leistung und investierte dabei knapp 20 Mio. Euro.
Im Oktober 2012 stimmte die Gesellschafterversammlung der Hëpperdanger Wandenergie sàrl dem Antrag der OIKOPOLIS Participations SA (OPSA) zu, sich durch Anteilsabkauf bei allen beteiligten Gesellschaftern mit insgesamt 16% an der Firma zu beteiligen. Sinn und Zweck dieser Beteiligung war zum einen, eine gewisse Kompensation für den Verbrauch an fossiler Energie durch die verschiedenen OIKOPOLIS-Betriebe zu gewährleisten. Zum andern half die Beteiligung aber auch, die OIKOPOLIS-Gruppe wirtschaftlich breiter aufzustellen.
Drei Jahre danach kaufte die OPSA die Anteile eines aus Altersgründen ausscheidenden Gesellschafters und erhöhte dadurch ihren Anteil an der Sàrl per 31.12.2015 auf 32,86%.
Im Sommer 2016 erfolgte der Aufbau von fünf neuen Windkraftanlagen (s.Bild) in der Gemeinde Clerf. Drei davon konnten erstellt werden, weil eine Gemeindefusionierung von Heinerscheid, Munshausen und Clerf im Dezember 2011 neue Standorte in der nun größeren Gemeinde ermöglichte. Die anderen beiden ersetzten ganze acht Altanlagen durch leistungsstarke neue Modelle mit wesentlich mehr "Power".
Auftraggeberin des Projekts war die Wandpark Hengescht SA, an der die Hëpperdanger Wandenergie sàrl, wie eingangs erwähnt, 25% hält. Dank der nunmehr knapp 33-prozentigen Beteiligung an der Hëpperdanger Wandenergie sàrl wurde die OPSA - und mit ihr die OIKOPOLIS-Gruppe als Ganzes - erstmals zur Co-Produzentin von Windenergie.
Mehr zum Thema auf der offiziellen Homepage der Hëpperdanger Wandenergie, die im August 2016 erstmals online ging.
- Kass-Haff sàrl (30,00 %)

Am 6.1.2012 beteiligte sich die OIKOPOLIS Participations SA an der Gründung der Kass-Haff sàrl. Gegenstand und Zweck dieser Gesellschaft ist die Erstellung und Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebes, der zum einen nach den biologisch-dynamischen (Demeter) Prinzipien arbeitet und zum andern ein Begegnungsort sein will zwischen einer vielseitigen, ökologischen Landwirtschaft mit wesensgemäßer Tierhaltung und einer an Umweltschutz und gesunder Ernährung interessierten Stadtbevölkerung.
Für eine Beteiligung der OKOPOLIS-Gruppe an diesem Projekt sprachen - neben dem Begegnungskonzept - mehrere Gründe. Zum einen liefert die neue Gesellschaft ein modernes Modell der Trennung von Hofeigentum und Bewirtschafter, was immer auch ein Thema der OIKOPOLIS-Gruppe war und ist, und zum andern fungierte die OIKOPOLIS Participations SA auch als Garantieträger für die Banken.
Das innovative, von Tom Kass und Anja Staudenmayer initiierte Projekt, an dem die OIKOPOLIS Participations SA zunächst 10 % der Anteile übernahm (per 31.12.2015 aufgestockt auf 30 %), ermöglichte dem Traditionshof durch die Aussiedlung aus Rollingen/Mersch in eine extensive Dorfrandlage den Vorstoß in eine neue Dimension. Dafür sorgten Kooperationsvereinbarungen mit BIOG und NATURATA, die den bekannten Demeterbetrieb um eine kleine Molkerei und eine NATURATA-Filiale erweitern (NATURATA Bio Haff Buttek Kass-Haff).
Mit der Einrichtung von Hofladen und –molkerei waren die strukturellen Erweiterungen des Kass-Haff zur Kass-Haff sàrl jedoch noch nicht beendet, denn der Modellbetrieb zielt nun mit Seminar- und Tagungsräumen auch auf eine pädagogische Verbreitung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Hier treffen kurzweilig vermittelte Theorie und anschaulich-greifbare Praxis zusammen.
- AGROTO GmbH (15,00 %)
Die AGROTO GmbH (= Gesellschaft mit beschränkter Haftung) wurde am 29.Juli 2016 gegründet und hat ihren Sitz im Ostseebad Grömitz (Deutschland). Gegenstand des Unternehmens sind gemäß Gründungsstatut "die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von ökologischen Pflanzenstärkungsmitteln und von ökologischem Pflanzenschutz".
Grundlage für die Gesellschaft ist die vorangegangene Forschungsarbeit und die daraus resultierende Geschäftsidee von Benjamin Epler, der sich über Jahre hinweg intensiv mit der Wirksamkeit der biologisch-dynamischen Präparate auseinandergesetzt hat. Nun will er diese in einer speziellen Zubereitung für Hausgärtner auf den Markt bringen - zunächst in Deutschland, später auch international. Im Oktober 2016 präsentierte er sein Projekt im Rahmen von "OIKOPOLIS am Dialog" auch im OIKOPOLIS-Zentrum Munsbach. Dabei ergab sich ein angeregter Diskurs mit den anwesenden Zuhörern, das Interesse am Thema war beträchtlich.
Die OIKOPOLIS Participations hat sich mit 15 % am Gründungskapital beteiligt, weitere 29 % übernahm die AUWA Holding GmbH, eine Gesellschaft von Ulrich Walter, dem Begründer der Marke Lebensbaum. Den Rest der Anteile halten Initiator Benjamin Epler und sein Bruder Johannes Knieß.
- Dudel-Magie sàrl (10,40 %)

Dudel Magie lautet der Name einer Sàrl, deren Gründungsurkunde Marc und Ginette Emering Muller, Joëlle Weimerskirch Emering sowie Änder Schanck und Roland Majerus als Vertreter der OIKOPOLIS-Beteiligungsgesellschaft am 26.2.2013 notariell unterzeichneten. Unternehmenszweck sind Kauf und Verkauf bzw. Produktion und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, die nach biologischen Prinzipien hergestellt werden. Konkret geht es um Bio-Pasta mit hohem Frischei-Anteil, was zu Emerings bisherigem Bewirtschaftungsschwerpunkt auf ihrem Sprinkinger Bio-Bauernhof „An Dudel“, nämlich der Hähnchenmast, bestens passt.
A propos „An Dudel“: während der Hofname die Gründer zum ersten Teil des neuen Betriebs- und Markennamens inspirierte, setzt sich dessen zweiter Teil aus den Vornamen des Hofbetreiberpaares zusammen. Doch Marc und Ginette Emering wollten, so "zauberhaft" die Idee eines neuen Manufakturbetriebs auch war, den Kreis der Eigentümer erweitern. Vor allem Marc Emering, seines Zeichens auch Präsident der BIOG-Genossenschaft, weiß um die wechselseitigen Vorteile der Betriebszugehörigkeit zum OIKOPOLIS-Vermarktungsnetzwerk für Bio-Lebensmittel.
Deshalb war für ihn von Anfang an klar, dass der neue Betrieb in die OIKOPOLIS-Wertschöpfungskette eingebunden sein sollte. So schenkten die GründerInnen – neben dem Ehepaar Emering-Muller noch Marc Emerings Schwester Joëlle Weimerskirch – der OIKOPOLIS Participations SA etwas mehr als 10 % der Unternehmensanteile der Dudel Magie (13 von 125 Anteilen).
Seitdem hat sich die biologische Pastamanufaktur bestens entwickelt. Ein gutes Dutzend unterschiedlicher Trockennudeln auf Dinkel- oder Hartweizenbasis wird jetzt direkt ab Hof unter dem charakteristischen weinroten Dudel-Magie-Logo mit dem stilisierten Hahn vermarktet, eine kleine Auswahl beliebter „Bestseller“ ist auch in NATURATA- und anderen Läden des Landes unter der BIOG-Marke mit auffällig schwarz-blau gestalteten Etiketten zu haben: BIOG Hittchen, BIOG Hunnekroun (s. Bild), BIOG Radiatori und BIOG Rüschli werden aus Luxemburger-Bio-Dingelgrieß, Bio-Frischeiern und mit viel Sorgfalt und Liebe auf „An Dudel“ in Sprinkange hergestellt. So gehen Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und regionales Engagement Hand in Hand.
Vor allem der Aspekt der Regionalität wurde 2014 auch ganz offiziell ugewürdigt. Im Rahmen der Landwirtschaftsmesse überreichte Minister Fernand Etgen den VertreterInnen der „Dudel-Magie S.àr.l.“ den Bio-Agrar-Präis. Er dient seit 2009 der Förderung der biologischen Landwirtschaft in Luxemburg und wurde 2014 erstmals in zwei Kategorien vergeben: Zur Sparte Bio-Landwirtschaft kam die neue Preiskategorie Verarbeitung/Handel hinzu. Diese Auszeichnung erhielt „Dudel-Magie“ schon ein Jahr nach der Betriebsgründung. Das kann nur als vorbildlich bezeichnet werden. Marc Emering betonte denn auch bei der Preisüberreichung: „Das ist eine Riesen-Ehre“.
Mehr über das Dudel-Magie (mit zahlreichen Bildern aus Herstellung und Verkauf), auf der Homepage der Dudel-Magie.
- BIO-OVO SA (10,30 %)
Im Mai 2012 bekam die OIKOPOLIS-Familie mit der BIO-OVO SA, als Bio-Eier-Verpackungs- und Vermarktungsgesellschaft gegründet, weiteren Zuwachs. Die zehnprozentige Beteiligung der OIKOPOLIS Participations SA unterstreicht den logistischen Stellenwert der Verpackungs- und Vermarktungsgesellschaft von Bio-Eiern für die gesamte Gruppe. Erklärtes Ziel der Neugründung war es, aus der vorherigen Houtmann-Odem sàrl, einer eingeführten Eierpackstelle für Luxemburger Bio-Betriebe, ein partnerschaftlich aufgestelltes Unternehmen mit wegweisendem Modellcharakter zu formen.
Initiator dieser Umgestaltung und jetziger Vorstandsvorsitzender der neuen Aktiengesellschaft war und ist Jos Houtmann aus Buschdorf. Unter seiner Regie entstand ein modernes Partnerschaftsunternehmen, dessen Besitz sich fast alle regionalen Bio-Eier-Produzenten mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Eierpackstelle sowie Jos und Marie-Gabrielle Houtmann-Odem und einer deutschen Partnerfirma namens „Die Biohennen AG” zu insgesamt 90% teilen.
Für die OIKOPOLIS-Gruppe wiederum bot sich die neu gegründete BIO-OVO SA als natürlicher Partner an, da schon die Houtmann-Odem sàrl unter anderem Eier der Marke BIOG verpackt hatte und zwei der luxemburgischen Bio-Eier-Produzenten auch Mitglieder der BIOG-Genossenschaft sind.
Mit Blick auf die bereits bestehende Vernetzung und um die zukünftige Zusammenarbeit zu festigen, zeichnete die OIKOPOLIS Participations SA deshalb die noch freien 10% der BIO-OVO-Anteile. Da der Bedarf an Bio-Eiern in Luxemburg noch nicht gedeckt ist, kann hier die BIO-OVO SA potenziellen Interessenten den Einstieg in dieses Marktsegment erleichtern. Schließlich deckt sie mit Verpackung, Logistik und Distribution mehrere Schritte in der Wertschöpfungskette ab, die nicht jeder Marktteilnehmer alleine gehen kann.
Mehr Info auf der Homepage von BIO-OVO
- BIO-Gärtnerei op der Schanz Altréier sàrl (10,00 %)
Am 11. November 2016 wurde die Bio-Gäertnerei op der Schanz, Altréier SARL gegründet. Gegenstand der Gesellschaft ist, so die Gründungsurkunde, "die Erstellung und Bewirtschaftung einer Gärtnerei, die zum einen nach den biologischen Landbau-Prinzipien arbeitet und zum andern ein Kooperationspartner mit den Betrieben der OIKOPOLIS-Gruppe sein will."
Hauptgesellschafter sind Maggy und Carlo Demuth-Krecké aus Altrier. Nach ihrem Rückzug aus dem Geschäftsleben haben sie sich entschlossen, in ihrem Heimatort eine Vorzeigegärtnerei aufzubauen. Als Mitgesellschafter und Fachmann für die Gärtnerei konnten die erfahrenen Geschäftsleute den bestens bekannten Demeter-Gärtner Hugo Krijnse Locker gewinnen. Zur Sicherung ihres Absatzes haben sie sich mit den Betrieben der OIKOPOLIS-Gruppe vereinbart. Die OIKOPOLIS Participations hat sich mit exakt 10 % auch am Kapital der neuen Gesellschaft beteiligt.
- Naturata AG (< 1%)
Die deutsche Aktiengesellschaft NATURATA AG ist Bio-Pionier der ersten Stunde. Seit Beginn der Naturkost-Bewegung in den 1970er-Jahren produziert und vertreibt das Unternehmen ein breites Sortiment an Naturkost-Produkten in Premium-Qualität. Zudem ist es einer der größten Inverkehrbringer von Demeter-Produkten.
Der Name „Naturata“ steht für die „vom Menschen gepflegte und kultivierte Natur“. Dementsprechend bemüht das Unternehmen sich, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie. In allen Unternehmensentscheidungen sind deshalb Fragestellungen der Ökologie und Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung. Dies gilt auch für den Umgang mit KundInnen, LieferantInnen und MitarbeiterInnen. Das Unternehmensmotto „Gemeinsam Handeln“ bekräftigt dabei das Bemühen um langfristig angelegte Partnerschaften, die von Fairness geprägt sind.
NATURATA gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Luxemburger NATURATA-Bio-Marchés entstanden ab 1989 nach dem deutschen Vorbild, jedoch mit bewusst lokaler Ausrichtung. NATURATA Luxemburg hat jedoch stets den Kontakt zu den außerhalb Luxemburgs tätigen Schwesterfirmen gepflegt. Dies war einer der Gründe für die eher symbolische Beteiligung an der NATURATA AG. Zum andern wurde NATURATA Luxemburg im Gegenzug Gründungsmitglied von NATURATA-International e.V.
- Naturata eG (< 1%)
Als Vorläuferin der heutigen NATURATA AG (s.o.) wurde die NATURATA eG zunächst als reiner Großhändler auf dem damals noch jungen deutschen Biomarkt gegründet. Erst später begann NATURATA damit, die vielfach noch nicht in Bio-Qualität verfügbaren Produkte selbst zu entwickeln. Die Logistik-Dienstleistungen wurden schließlich im Jahre 2003 von der jetzt so benannten NATURATA Logistik eG übernommen, während die NATURATA AG sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Lebensmitteln in Demeter- oder Bio-Qualität konzentriert.
- Bingenheimer Saatgut AG (< 1%)
Die in Nordhessen angesiedelte Bingenheimer Saatgut AG ist eine kleine Aktiengesellschaft, die 2001 aus einer Initiativgruppe engagierter Demeter-Gärtnerinnen und –Gärtner hervorging. Ihr Ziel ist es, Gemüsesaatgut für den biologisch-dynamischen Anbau zu züchten. Dabei werden, ganz im Gegensatz zur heute geläufigen Praxis, nicht Hybridsorten verbreitet, sondern im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens samenfeste Sorten gepflegt. Diese bilden von Natur aus fruchtbare Samen, vermehren sich also ohne menschliches Zutun, und geben ihre Anlagen von der Mutter- zur Tochterpflanze komplett weiter.
So wird die natürliche Sortenvielfalt in Landwirtschaft und Gartenbau erhalten und die Saatgutvermehrung als Kulturaufgabe der Gesellschaft gestärkt. Dies geschieht auch durch die Weiterentwicklung sozialer Wirtschaftsformen zwischen allen am Produktions- und Verbrauchsprozess beteiligten Gruppen.

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