Spezial-Ausgabe Nr 1 - OIKOPOLIS
1. Oktober 2005Nach langer Planungs- und Vorbereitungszeit ist nun endlich der zweite OIKOPOLIS-Bau in Angriff genommen. Im Juni wurde ein deutsches Bauunternehmen von der Immobilière OEKimmO SA. mit der Realisierung des Projektes beauftragt. Ende Juli, gerade noch vor den drei Wochen Bauferien im August, konnte der Mutterboden abgetragen und die Erdarbeiten begonnen werden. Inzwischen ist ein grosser Baukran an Ort und Stelle und die Betonarbeiten für die zwei Untergeschosse, die für die zukünftigen Parkings notwendig sind, konnten in Angriff genommen werden. Ohne sich jetzt auf allzu genaue Termine festzulegen, können wir nun doch davon ausgehen, dass spätestens im Herbst nächsten Jahres OIKOPOLIS II seine Tore öffnen wird.
Die geplanten Aktivitäten
Die NATURATA wird dann seinen bisher im Provisorium im ersten OIKOPOLIS-Bau geführten Bio-Shop in das Erdgeschoss dieses neuen Gebäudes verlagern. Neben der Vergrösserung des Geschäftes auf etwa 500 qm wird auch eine weitere Verkaufsmetzgerei hier untergebracht werden und damit das Angebot für die Kunden deutlich vergrössern. Über eine grosszügige Treppe oder auch mit dem Lift, der die Parkgeschosse mit allen Etagen verbindet, gelangt man auf die erste Etage. Hier findet man dann zur rechten Seite wiederum auf vergrösserter Fläche das Naturwarengeschäft mit den Kleidern, Spielsachen, Geschenkartikeln und Bücher, das aus dem Rollingergrund hierher verlagert wird. Und desweiteren findet man hier das NATURATA-Restaurant, wo vor allem mittags ausschliesslich biologische Menüs angeboten werden. Gerade dieser letzte Aktivitäts-Bereich ist ganz neu für das NATURATA-Unternehmen und wird wohl die grösste Herausforderung darstellen.
Architektur
Dieser zweite OIKOPOLIS-Bau ist von der Architektur so gestaltet, dass er mit der Form des ersten korrespondiert. Die gebogene und gespannte Linienführung der Fassaden deutet auf dynamische Prozesse hin, die im Zwischenraum stattfinden können und sollen. Während im ersten Gebäude vornehmlich Aktivitäten ihre Unterkunft haben, die noch in direkter Beziehung zur Produktion in der Landwirtschaft stehen, wird der zweite Bau eher kundenorientiert sein. Zwischen diesen beiden Polen der Wertschöpfungskette, also zwischen Produktion und Konsumtion, soll ja gerade der Austausch stattfinden für OIKOPOLIS als Name, der sowohl für Gebäudekomplex als auch für die gegliederte Unternehmensgruppe steht. Da dieser Austausch nur Erfolg haben kann, wenn er beweglich und dynamisch ist, war es nur folgerichtig von vorne herein eine Architektur zu wählen, die diesem Ziel in der Formensprache auch in etwa gerecht wird.
Ökologie und Haustechnik
Auch wenn die biologische Landwirtschaft an sich schon eine nachhaltige und gerade auch ressourcenschonende Wirtschaftsweise ist, und diese ja durch das Projekt OIKOPOLIS unterstützt und gefördert wird, so ist es dennoch in der heutigen Zeit unmöglich einen solchen Bau zu realisieren, ohne eine Reihe von Massnahmen zu ergreifen, die zur Energieeinsparung resp. alternativen Energiegewinnung beitragen. In diesem zweiten Gebäude sollen zum einen ein Erdwärmetauscher und eine Hackschnitzelanlage zur Wärmegewinnung, zum anderen aber auch zur Klimatisierung und Kühlung der Räume über eine Absorptionsanlage und eine adiabatische Kühlung, beitragen. Selbstverständlich gehört zu einem solchen Gebäude auch eine gute Isolation sowie genügend Speichermasse, um über diesen Weg schon Energie zu sparen. Die grössten Schwachstellen in dieser Beziehung stellen sicher die Eingangstüren dar. Und gerade hier hoffen wir trotz allem reichlich Verkehr zu haben.
Zur Investition und Finanzierung
Der Bau wird inklusive Technik etwa 4 Mio Euro kosten. Hinzu kommen die Einrichtungen, die von NATURATA in der verschiedenen Betrieben aufgebracht werden müssen (in etwa 750.000.- Euro). So wie es derzeit aussieht, werden keinerlei Fördermittel für dieses Projekt auf Grund der Gesetzeslage fliessen können. Ein Supermarkt, der hierzulande mit einer Verkaufsfläche von über 400 qm definiert ist, ist nicht förderungswürdig (was man verstehen kann) und Spezialfälle wie dieses 2te OIKOPOLIS-Gebäude, das nun doch den Anspruch hat etwas mehr zu sein als ein einfacher Supermarkt, ist nicht in den Texten vorgesehen. Auch die Mehrkosten für die ökologischen Zusatzeinrichtungen der Haustechnik, die sich immerhin auf mehr als 220.000.- Euro belaufen, können scheinbar nicht unterstützt werden. Das heisst also im Klartext, die OIKOPOLIS-Unternehmensgruppe muss und wird das Projekt auch ohne Fördermittel stemmen.
Umstrukturierung der OIKOPOLIS-Betriebe
Die Finanzierung durch ein Kredit von der Hausbank steht, ist aber mit der Auflage zu einer zusätzlichen Beschaffung von Eigenkapital verbunden. Das heisst, dass die von uns längst geplante "Öffentliche Zeichnung für Kapital³ nun auch in schnellstmöglichster Zeit umzusetzen ist. Hierfür sind inzwischen auch schon eine Menge Vorbereitungsarbeiten geleistet. Eine der grössten Herausforderungen war und ist die Umstrukturierung der Unternehmen unserer Gruppe, die uns von den Spezialisten des "Asset Management³ der BCEE angeraten wird. Die bisherige Entwicklung unserer Vermarktungsarbeit hat zu verschiedenen Gründungen und dann auch einer Verflechtung der Betriebe geführt, die für die bisherige Zusammenarbeit vollauf genügte, aber nun für eine "Öffentliche Zeichnung für Kapital" nicht transparent genug ist.
Öffentliche Zeichnung für Kapital
Diese Entflechtung kann erreicht werden durch die Gründung und Integrierung einer neuen Gesellschaft namens "OIKOPOLIS-Participations SA.", die dann auch das geeignete Instrument für die öffentliche Zeichnung von Kapital sein wird. Ein Finanzierungs-Prospekt ist in Zusammenarbeit mit den Fachkräften des "Asset Management" der BCEE in Ausarbeitung. Sofern dieses Dokument die Zustimmung der zuständigen Behörde, der "Commision de Surveillance du Secteur Financier (CSSF)" findet, soll dann die Aktion im Januar/Februar 2006 in die Öffentlichkeit getragen werden. Ein Börsengang ist nicht vorgesehen, hierfür sind andere Dimensionen notwendig und es stellt sich sowieso die Frage, ob dies der richtige Weg für eine Vermarktungsinitiative ist, die aus der Landwirtschaft kommt und weiterhin für diese tätig sein will. Vorgesehen ist aber die Einrichtung eines "internen³ Marktes, dessen Spielregeln in der Satzung der neuen Gesellschaft und dann auch in dem obligatorischen Finanzierungsprospekt festgehalten werden.
Ausblick
Wir werden Sie in der nächsten Ausgabe der NATURATA-News über den Stand der Entwicklung des Baus weiter informieren. Wer aber noch aktueller am Projekt dran bleiben möchte, kann sich auf der neu eingerichteten Home-Page von OIKOPOLIS unter www.oikopolis.lu auf dem Laufenden halten.