Presseinformationen

Der Kreis schließt sich

OIKOPOLIS umfasst nun alle Glieder der Wertschöpfungskette für Bio-Lebensmittel

15. November 2006

Schon Ende der Achtzigerjahre erkannten die damals noch wenigen Demeter- und Biobauern: Der Bio-Landbau hat in Luxemburg nur dann Zukunftsperspektiven, wenn die Bauern die Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte selbst in die Hand nehmen. Nun folgte auf die Fertigstellung des OIKOPOLIS-Zentrums die Eröffnung des NATURATA-Restaurants. Damit schließt sich der Kreis.

1988 wurde die BIOG, die Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg, von den Bauern und einigen Freunden gegründet. Ein Jahr danach eröffneten sie dann das erste NATURATA-Geschäft im Rollingergrund und etwas später, im Jahre 1992, gründeten sie den eigenen Großhandel BIOGROS. Diese neuen Betriebe konnten in den folgenden Jahren recht erfolgreich ausgebaut werden, sodass sich nach zehn Jahren immer mehr die Schaffung neuer, größerer und professionell zu nutzender Räumlichkeiten aufdrängte.

Aus dieser Situation heraus wurde das Konzept OIKOPOLIS entwickelt und es entstand das gleichnamige Bauprojekt. Neben den schon genannten Betrieben sollten weitere Unternehmen, beziehungsweise Dienstleister hier ein Aktivitätszentrum finden. In der strategisch gut gelegenen und ökologisch ausgerichteten Gewerbezone der Gemeinde Schüttringen konnte noch 1998 ein Bauplatz erstanden werden.

Im Herbst 2000 war Baubeginn für die erste Halle des OIKOPOLIS, und im Juli 2001 konnte sie bezogen werden. Gerade rechtzeitig, um die durch die Zuspitzung der BSE-Krise bedingten Bio-Boomjahre einigermaßen gut bewältigen zu können. Auch gab es immer mehr Kooperationen mit anderen Betrieben, die für eine biologische Teilausrichtung ihrer Produktion oder Vermarktung offen waren. Der Erfolg war so groß, dass vier Jahre später das Lager von BIOGROS zu klein wurde und eine Aufteilung vorgenommen werden musste. Das Trockenlager wurde in eine angemietete Halle nach Luxemburg-Hamm verlegt. Dadurch konnte am Standort Münsbach die Kühlhauskapazität für Frischprodukte verdoppelt werden.

Es galt also, ein stürmisches Wachstum zu bewältigen. So kam es dazu, dass die zweite Ausbaustufe von OIKOPOLIS erst fünf Jahre nach Fertigstellung von Stufe eins in Angriff genommen werden konnte. Ursprünglich sollte schon nach zwei Jahren Start zur Bauphase zwei sein. Nun ist endlich auch sie abgeschlossen und der zweite Teil von OIKOPOLIS fertiggestellt. Im Gegensatz zum ersten Gebäude, das mehr auf Produktion hin ausgerichtet ist, wurde der Neubau stärker in Richtung Verbraucher orientiert. Neben Bio-Lebensmitteln und Bio-Fleisch im Supermarkt im Erdgeschoss findet die Kundschaft im NATURATA-Akzent in der ersten Etage ein umfangreiches Angebot an Naturkleidern, Holzspielsachen, Büchern und Geschenkartikeln.

Ganz neu ist das NATURATA-Restaurant in der ersten Etage. Und mit diesem wird das letzte Glied der Wertschöpfungskette vom "Bauer bis auf den Teller" erschlossen. Bekanntlich unterscheidet sich die Biolandwirtschaft von den konventionellen Wirtschaftsmethoden dadurch, dass versucht, wird den Betrieb so einzurichten, dass ein Kreislauf der natürlichen Stoffe möglich wird. Das wird ebenfalls angestrebt in der Zusammenarbeit "am Runden Tisch" der Betriebe der verschiedenen Wertschöpfungsstufen. Insofern schließt sich der Kreis mit diesem Bio-Restaurant. Und so kann auch verständlich werden, das der Name OIKOPOLIS nicht nur für dieses Biozentrum mit seinen Gebäuden steht. Sondern zum einen auch für die Biolandwirte, die vor 18 Jahren die BIOG gründeten und bis heute Träger des OIKOPOLIS sind. Und zum anderen für einen "fairen" Kooperationszusammenhang, der durch die verschiedenen externen Kooperationen weit über den Aktionsradius der drei Kernbetriebe BIOG, BIOGROS und NATURATA hinaus reicht.