Presseinformationen

Honig - das Gold der Bienen

von Dr. Petra Kühne
Oecotrophologin und Leiterin des Arbeitskreis für Ernährungsforschung e.V.

1. Januar 2006

Wie viele Honigsorten gibt es? So viele, wie es Blüten gibt! Die Bienen sammeln Nektar von den Blüten der Blumen, Sträucher und Bäume. Es beginnt mit den Frühlingsblühern Krokus und Kornelkirsche und endet im Herbst mit Astern und späten Rosen. Aus dem Nektar stellen die Bienen den Honig her. Er ist zum einen Süßungsmittel, Brotaufstrich und ein gesundheitsförderliches Lebensmittel. Wohl jeder kennt das alte Hausmittel gegen Erkältung und Husten: heiße Milch mit Honig. Früher führte man sogar Honigkuren gegen Eisenmangel durch.

Die einzelnen Honigsorten - der Imker nennt sie Trachten - heißen nach der Blütenart, von denen die Bienen den Nektar holten. Dabei unterscheiden sich diese Sorten geschmacklich, farblich und in ihrer Konsistenz. Zwar kristallisiert jeder Honig irgendwann aus und wird fest, aber bei bestimmten Sorten wie Kleehonig geschieht dies rasch, während der Akazienhonig lange flüssig bleibt. Man kann ausprobieren, welche Sorten gut schmecken und bekommen. Jede Sorte enthält die Besonderheiten der Blüten wie der "spritzige" Rapshonig oder der goldgelbe Sonnenblumenhonig, von dem man meinen kann, dass er etwas von der Sonne "eingefangen" hat. Dazu gibt es zahlreiche exotische Honigsorten aus anderen Weltgegenden, die das Bio-Angebot bereichern.

Bio-Honig unterscheidet sich in erster Linie in der Bienenhaltung von den konventionellen Sorten. So bevorzugt der Bio-Imker ökologische Felder für seinen Standort, wenngleich auch er die Bienen nicht abhalten kann, von anderen leckeren Blüten zu naschen. Es gibt Bio-Richtlinien für die gesunde Pflege und den Umgang mit diesem "kleinsten Haustier" und der Honiggewinnung. Auch für die gefürchtete Bienenkrankheit durch die Varoamilbe werden nur Mittel gemäß den Bio-Richtlinien angewendet. Bei Demeter Honig bauen die Bienen sogar ihre Waben selber.

Honig besteht zu gut 80% aus Zucker wie Saccharose und Invertzucker, dazu Mineralien und Spurenelemente, Vitamine und zahlreiche bioaktive Stoffe, die zu den gesundheitsförderlichen Wirkungen beitragen. Letztere sind teilweise hitzeempfindlich, so dass Honig schonend durch Schleudern gewonnen wird ohne große Erhitzung. Auch in der Küche empfiehlt es sich, vor allem die hochwertigen Honigsorten unerhitzt zu verwenden.

Probieren Sie die einzelnen Sorten aus! Das Angebot ist viel vielfältiger als man sich vorstellen kann. Sicher wird jeder seine besondere Vorliebe für eine Sorte dieses Goldes der Bienen entdecken.