Presseinformationen

Die Sorge fürs Gemeinwohl nicht nur der Politik überlassen!

Christian Felber wirbt für ein „Wirtschaftsmodell mit Zukunft“ – auf breiter Basis

11. Dezember 2013

Kann ein Systemwechsel in der Weltwirtschaft „von unten“ kommen? Auf diese Frage wünschen sich wohl viele eine positive Antwort – umso mehr, als die Skepsis gegenüber den „von oben“ verordneten Maßnahmenkatalogen zur Krisenbekämpfung wächst. Doch es ist nicht jedermanns Sache, im Stil der Occupy-Bewegung öffentliche und mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Schon gar nicht, wenn diese schneller verpufft, als eine gründliche Debatte Fahrt aufnehmen kann.

Dabei hat sich zwischenzeitlich durchaus eine Diskussion entwickelt, die das Zeug hat, auf dem Weg einer Graswurzel-Bewegung flächendeckend Systeme zu verändern – wirtschaftliche ebenso wie gesamtgesellschaftliche. Angestoßen hat sie der österreichische Publizist Christian Felber, der seit Jahren in immer neuen Büchern darlegt, wie „Kooperation statt Konkurrenz“ den Ausweg aus der Krise zeigen kann. Seine jüngste Veröffentlichung, 2010 unter dem schlichten Titel „Gemeinwohl“ erschienen, hat einen regelrechten Boom ausgelöst. Mehr als tausend Privatpersonen, Politikerinnen und Politiker, Initiativen und Unternehmen haben sich bis heute der Idee angeschlossen. Über hundert Pionier-Unternehmen haben bisher die Gemeinwohl-Bilanz präzisiert, zahlreiche Regional-gruppen in Deutschland, Österreich und Italien eine gemeinsame Strategie für die kommenden fünf Jahre entwickelt.

Die Suche nach dem „Missing Link“

In Luxemburg hatte das demokratische Projekt bis letzten Monat noch keine aktiven Anhänger. Nach den Vorträgen, die Christian Felber kürzlich auf Einladung der OIKOPOLIS-Gruppe und des Prabbeli in Münsbach und Wiltz gehalten hat, könnte sich das sehr schnell ändern. Besonders Vortrag und Seminar im OIKOPOLIS-Zentrum zogen neben zahlreichen interessierten Privatleuten auch etliche Unternehmer und sogar Vertreter des Wirtschaftsministeriums an, die sich mit dem Konzept der Solidarwirtschaft befassen. Genau die richtige Publikumsmischung für den engagierten Visionär Felber. Beredt stellte er einen weit verbreiteten Widerspruch zwischen politischem Anspruch und ökonomischer Realität heraus, der auch kritischen Bürgern immer mehr Anlass zur Kritik gibt: während die Verfassungen vieler Staaten das Wohl des ganzen Volkes oder, mit anderen Worten, das Gemeinwohl, als Leitstern der Politik bezeichnen, herrschen zumindest auf wirtschaftlicher Ebene Konkurrenzdenken und das Streben nach individueller Gewinnmaximierung vor. Sogar ganze Staaten funktionieren in diesem Sinne und liefern sich gegenseitig einen harten Wettbewerb um Arbeitsplätze.

In Münsbach machte Christian Felber deutlich, dass sein Einsatz darauf zielt, die in den Verfassungs-texten verankerten Richtwerte tatsächlich umzusetzen. In diesem Sinne hat er mit zahlreichen Gleichgesinnten eine Gemeinwohlmatrix entwickelt, die aktuell 17 überprüfbare bzw. bilanzie-rungsfähige Kriterien rund um die zentralen Werte Menschenwürde, Solidarität, Ökologische Nachhaltigkeit, Soziale Gerechtigkeit sowie Demokratische Mitbestimmung und Transparenz auffächert.

Die weitere Entwicklung ist ausdrücklich offen, wie Felber betonte. Denn je mehr Unternehmen, Institutionen und privat Engagierte das bisher Erarbeitete in der Praxis weiter erproben und in der Theorie weiter durchdringen, desto präziser wird das begriffliche Instrumentarium der Gemeinwohl-Ökonomie werden – bis sie in einem groß angelegten Prozess zum allgemein akzeptierten und vor allem praktizierten Richtwert wirtschaftlichen Handelns wird. Zur Mitarbeit an dem noch immer fehlenden Bindeglied zwischen unternehmerischer Alltagspraxis und verfassungsgemäß garantiertem Politikanspruch rief der Systemkritiker, der vom Bücherautor längst zum international gefragten Dauerreferenten geworden ist, ausdrücklich alle Interessierten auf. Schließlich sollte es gerade im „Herzen Europas“ vielen Menschen ein Herzensanliegen sein, universellen Werten wie gerade dem allgemeinen Wohlergehen zum Durchbruch zu verhelfen – nicht nur in der Theorie.

Weitere Informationen zum Gemeinwohl-Projekt unter www.gemeinwohl-oekonomie.org bzw. www.economie-citoyenne.org