Communiqués de presse

20 Joër Bio Bauere Genossenschaft Lëtzebuerg

Eine Erfolgsstory

10. avril 2008

Mit dem Slogan “Individuelle Hofprodukte gemeinsam vermarkten“ wurde 1988 die BIOG-Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg gegründet. Es waren eine Handvoll biologisch-dynamisch wirtschaftender Landwirte und Gärtner sowie einige engagierte Verbraucher, die damals diesen gemeinsamen Schritt in die Zukunft wagten. Zu dieser Zeit war der Ökolandbau hier in Luxemburg - anders als in anderen Ländern - noch weitgehend unbekannt. Er fand daher bei den verantwortlichen Würdenträgern in der Politik und in den landwirtschaftlichen Verbänden nur wenig Zustimmung.

Heute, 20 Jahre später, hat sich das Blatt gewendet. In breiten Kreisen der Bevölkerung konnte sich die Biolandwirtschaft in den letzten Jahren zum Leitbild einer nachhaltigen Landwirtschaft entwickeln. Obwohl in Luxemburg die bisher umgestellte landwirtschaftliche Fläche noch immer unterhalb von 3% der Gesamtfläche liegt, wird der Gesamtkonsum an Biolebensmitteln als wesentlich höher eingeschätzt. Die BIOG-Genossenschaft hat einen wesentlichen Teil zur Entwicklung des Biolandbaus hierzulande beigetragen. Sie legte von Anfang an ihren Schwerpunkt auf die Bündelung, Verarbeitung und Verpackung der Erzeugnisse der luxemburgischen Bio-Produzenten und gründete im Laufe der folgenden Jahre die BioSupermarktkette NATURATA S.A. und den Großhandel BIOGROS S.A., die seitdem die Vermarktungsaufgaben übernehmen.

Nicht zuletzt stand die BIOG-Genossenschaft mit an vorderster Front für die Weiterentwicklung der immer größer werdenden Vermarktungsstrukturen bishin zur Gründung der OIKOPOLIS-Gruppe mit ihrem gleichnamigen Dienstleistungszentrum in Munsbach. Als Demeter-Lizenznehmer beteiligt sich die BIOG an den jährlichen Demeter-Marktgesprächen mit dem Ziel, faire Preise in der gesamten Wertschöpfungskette zu erzielen.

Im Rückblick bleibt festzuhalten, dass die Arbeit der Genossenschaft in den ersten 10 Jahren recht mühsam war. Aufgrund der Tatsache, dass die Distanz zu den traditionellen Verarbeitern für evtl. Kooperationen noch viel zu groß war, mußten alleVerarbeitungsschritte selbst in die Hand genommen werden. Gerade in der Milchverarbeitung erwies sich dies jedoch nur teilweise als erfolgreich.

Zwei der drei von der Genossenschaft betriebenen Hofmolkereien mußten aufgegeben werden, weil sie den immer strenger werdenden EU-Hygieneauflagen nicht nachkommen konnten. Erst in den folgenden 10 Jahren konnte das Geschäft nach der Errichtung des ersten OIKOPOLIS-Gebäude mit moderneren Anlagen und der nun auch möglichen Kooperationen, wie z.B. mit Luxlait dynamisiert werden. Inzwischen sind 30 landwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe Mitglied der BIOG-Genossenschaft. Im letzten Jahr wurde ein Gesamtumsatz von 2,6 Millionen Euro erzielt und ein entsprechender Mehrwert (Bioplus) an die Mitgliedsbetriebe ausgezahlt.

Die größte Herausforderung der Zukunft wird sein, die Produktpalette noch weiter zu diversifizieren, um noch mehr Bio-Produzenten eine attraktive Absatzmöglichkeit und damit Einkommensquelle zu bieten. Aufgrund der Tatsache, dass es in Luxemburg nur wenige spezialisierte Verarbeitungsbetriebe gibt, wird es auch weiterhin notwendig sein, in verschiedenen Bereichen innovative Wege zu gehen. So hat sich die BIOG-Genossenschaft im letzten Jahr an der im OIKOPOLIS ansässigen Äppelhaus S.à.r.l. beteiligt, um die Produktion von Bio-Apfelsaft in Luxemburg zu sichern. Auch im Bereich “Feldgemüse“ sind neue Verarbeitungsstufen für die kommende Zeit in Planung. Und nicht zuletzt wird man im kleinen Land Luxemburg nicht daran vorbeikommen, Kooperationen mit spezialisierten Betrieben im nahen Ausland z.B. in der Großregion auszubauen.

Aender Schanck, Geschäftsführer der BIOG-Genossenschaft und BIOGROS SA

Der biologische Landbau in Luxemburg

Im Jahr 1988 gründeten die Bio-Pioniere neben der BIOG-Genossenschaft auch die beiden Bio-Organisationen “Veräin fir biologesch-dynameschLandwirt-schaft Lëtzebuerg asbl“ (Demeter) und “Verenigung fir biologesche Landbau Lëtzebuerg asbl“ (bio-LABEL). Diese Gründungswelle war die Folge davon, dass sich Anfang der 80er Jahre die ersten biologisch-dynamischen und biologischen Betriebe in Luxemburg etablieren konnten, immerhin mit einem halben Jahrhundert Verspätung gegenüber dem Ausland. Vor allem die biologisch-dynamischen Betriebe entwickelten in dieser Zeit eine rege Aktivität innerhalb einer noch losen Arbeitsgemeinschaft. Diese verteilte regelmäßig Informationen und dann eine kleine Zeitung, die seit 2000 als “Agrikultur“ in professioneller Aufmachung von den beiden Vereinen gemeinsam herausgebracht wird.

Während die Genossenschaft zum Ziel hatte, wirtschaftlich tätig zu sein, d.h. in der Verarbeitung und Vermarktung der Erzeugnisse der luxemburgischen Bio-Bauern, verfolgten die beiden Bio-Vereine das Ziel, sich für die Aufklärung, Beratung, Zertifizierung und aber auch die politische Vertretung der ökologischen Landwirtschaft einzusetzen.

Als zu Beginn der 90er Jahren die EU-Bio-Verordnung 2091/92 vorbereitet und dann eingeführt wurde, waren Vertreter der beiden Vereine an deren Ausarbeitung beteiligt. Ein weiteres Aktivitätsfeld eröffnete sich daraufhin in der Umsetzung des Gesetzes durch die Einrichtung der erforderlichen Bio-Kontrollen und -Zertifizierungen. Ausserdem war eine intensive Öffentlichkeitsarbeit notwendig, vor allem weil sich einzelne Vertreter der konventionellen Landwirtschaft mit neuen Begriffen wie “integriert“ und “kontrolliert“ auch ein Stück vom “Ökokuchen“ abschneiden wollten.

Trotz dieser für die Bio-Bewegung sehr wichtigen EU-Verordnung stellten in Luxemburg in den 90er Jahren nicht allzu viele Betriebe um, ganz im Gegenteil zu Ländern wie der Schweiz, Österreich, Dänemark und Italien. Erst nach der Dioxin-Krise Ende der 90er Jahre und den beiden Tierkatastrophen BSE und der Maul- und Klauenseuche startete im Jahr 2001 auch hierzulande eine schwungvolle Umstellungswelle, die allerdings schnell wieder verebbte.

Im Gegensatz zu den oben genannten Ländern, in denen einsichtige Politiker schon frühzeitig das Nachhaltigkeitsprinzip durch angepasste Unterstützungen der Bio-Landwirtschaft in der Politik verankerten, gab es in Luxemburg keine offensive Pro-Bio Politik. Nicht dass der Staat nicht auch im allgemeinen Trend mitgezogen hätte und Gelder bereitstellte, aber durch die im Schnitt genau so großen Unterstützungen für die herkömmliche Wirtschaftsweise, gab und gibt es quasi keine Differenz und damit keine ökonomischen Anreize für den biologischen Landbau. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die von den beiden Vereinen getragene “Bio-Berodung Lëtzebuerg“ anfangs eine 50%ige und seit einigen Jahren eine 80%ige staatliche Unterstützung bekommt. Laut ASTA ( Administration des services techniques de l’agriculture, Service de la protection des végétaux ) waren am 31.12..2007 in Luxemburg 71 landwirtschaftliche Betriebe oder Gärtnereien gemeldet, die insgesamt 3707 ha nach der Mindestnorm der Bio-EU Verordnung bewirtschaften.

Interview mit Mario Kleer, Präsident der BIOG Genossenschaft

Mario Kleer, seit 2007 Präsident der BIOG bewirtschaftet einen 90 ha großen Hof mit 55 Ammenkühe und 2.400 Hühnern. Im Jahr 2001 hat er seinen Hof auf Biolandwirtschaft umgestellt (bio-LABEL, seit 2007 Demeter).

“Was ist Ihre Motivation als Präsident der BIOG?“

Heutzutage muss man sich engagieren, ohne die Mitarbeit der Mitglieder ist jeder Verein und so auch die Genossenschaft nur eine leere Hülle. Und letztendlich reizt, respektive interessiert es mich auch in solch einem innovativen Betrieb mit in der Entscheidungsspitze und damit am Puls der Zeit zu sein.

“Was war der größte Erfolg der BIOG in den letzten Jahren?“

Ein großer Erfolg der BIOG ist, dass sie sich im Rahmen von OIKOPOLIS so organisieren konnte, dass heute in Luxemburg niemand an der Marke BIOG vorbeikommt, der sich gesund ernähren und eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft unterstützen möchte.

“Was wünschen Sie sich für die BIOG in Zukunft?“

Ich wünsche mir, dass die Vision der Genossenschaft Bestand hat, die neben der Zusammenarbeit der Bauern und Gärtner auch zum Ziel hat, ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette d.h. “vom Erzeuger bis zum Verbraucher“ zu sein. Und dass sich dies vielleicht sogar als Vorbild in der gesamten Landwirtschaft in Luxemburg durchsetzt.

Philosophie und Marke BIOG

Fair-Trade mit BIO-Produkten

Die BIOG-Genossenschaft und der Naturkostgroßhandel BIOGROS haben im Herbst 2000, bei Gelegenheit der Einführung der BIOG-Milch im Karton den Namen der Genossenschaft BIOG zu einem gemeinsamen Markenzeichen weiterentwickelt. Das Ziel, durch einen einheitlichen Markenauftritt den Wiedererkennungszweck zu optimieren kann im Nachhinein als äußerst erfolgreich beurteilt werden.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.biog.lu

Kleer Mario, Präsident der BIOG Genossenschaft, Tel.: 23 6395 44
Aender Schanck, Geschäftsführer der BIOG-Genossenschaft und BIOGROS SA
Geschäftsadresse: 13, Parc d’Activié Syrdall, L-5365 Munsbach Tel: 26 15 30 52, Fax: 26 15 30 51