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NATURATA & SOS Faim - Das bewirken Sie in Süd-Kivu

Die Weihnachtszeit rückt wieder näher und es werden bereits erste Geschenke für die liebsten Menschen gekauft. Wenn Sie zusätzlich etwas Gutes für die Menschen in der kongolesischen Provinz Süd-Kivu machen wollen, appellieren wir an Ihre Großherzigkeit beim Einkauf in unseren NATURATA-Filialen: Wir wollen helfen – werden Sie Teil davon?

Seit Beginn unserer Spendenkooperation mit der Luxemburger Hilfsorganisation SOS Faim und dessen lokalem Partner „Amis du Kivu“ vor drei Jahren, konnten im Grenzgebiet der kongolesischen Provinz zu Ruanda und Burundi essentielle Fortschritte erzielt werden. Im Folgenden ist ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen, die auf der eigenständigen Arbeit der Kleinbauern und Kommunen und nicht auf kurzfristiger internationaler Hilfe beruhen.

Charles Cikomola, Generalsekretär von „Amis du Kivu“, erklärt die Philosophie der Hilfsorganisation sehr genau:

„Manche NGOs verteilen immer noch Säcke mit Reis, ohne sich darum zu kümmern, dass diese Wohltätigkeit die Dorfbewohner davon abhält, eigene Aktivitäten zu betreiben. Was die Bauern brauchen, ist, ihren Tierbestand zu erneuern und Produktionswerkzeuge wiederzubekommen, mit denen sie ihre Felder bebauen können – keine Nahrung, die vom Himmel fällt und sie abhängig von externer Hilfe macht.“

Charles Cikomola
SO Sfaim2019 Charles pano

Die bereits erreichten Ziele der vergangenen Jahre können sich sehen lassen und die Erfolge der letzten Spendenaktion sind beeindruckend. Nach Überweisung der während der Sammelaktion 2019/20 gespendeten Gelder, hat „Amis du Kivu“ diese Mittel für eine Vielzahl an Einzelprojekten vor Ort eingesetzt:

Einsatz der Spenden 2019

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Die Empfänger der Spenden:

-48 Ortschaften, davon 14 neu dazugekommen im Jahr 2019

Konkrete Ergebnisse:

  • Weiterbildung für 58 Vertreter der Dörfer über agrarökologische Praktiken als Basis einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion.
  • Pflanzung von 41 976 Bäumen zur Verbesserung der Wasserhaltekraft im Boden.
  • 250 Kompostanlagen die 41 200kg Mist an die Mitglieder der Felder liefern.
  • Weiterbildung für 28 Haushalte die von nun an Mulch auf ihre Gemüsefelder ausbringen, um gegen Bodenerosion und Trockenheit anzukämpfen.
  • Verteilung von 66kg Saatgut an Gründüngungen.
  • Austausch-Veranstaltung, um die Wirkung der Fruchtbarmachung durch die Kompostierung, durch Gründüngungen und durch die Agrarforstwirtschaft aufzuzeigen: eine Kompostanlage wurde eingerichtet, Gründüngungen wurden geschnitten und eingegraben und die Technik des Mulchens zum Schutz des Bodens wurde vorgezeigt.
  • Produktion eines Dokumentarfilms über die agrarökologischen Aktivitäten von „Amis du Kivu“.

Hinzu kommen folgende Bau- und Infrastrukturprojekte:

  • 10 Baumschulen, die autonom von lokalen Gemeinschaften geführt werden, 2019 wurde Folgendes bereitgestellt:
    • 160kg Saatgut für Agrarforst
    • 5 Bodenbearbeitungsutensilien inklusive Hacken, Dort, Gießkannen, Buschmesser, Dreizack, Rechen, Bindfaden, Eimer und Dekameter
    • 1 ausgebildete Baumschulgärtnerin
  • Projekt „Demonstrationsfelder“: agrar-ökologische Praktiken und organische Düngung des Bodens in 25 ausgewählten Feldern, um die Resultate im Vergleich zu einer anliegenden Parzelle zu beobachten, Begleitung beim Aufbau einer Kompostanlage zu Demonstrationszwecken, neues Saatgut an Gründüngungen, an Nahrungskulturen (Mais und Bohnen) und Baumsämlinge aus den Baumschulen.

Diese erfreuliche Entwicklung fügt sich in den positiven Trend der Vorjahre ein.

  • Fuhara portrait WE Bpg
  • Furaha famille WEB
  • Odette famille WEB
  • Odette travail WEB
  • Rita Kind WEB

Klicken Sie auf den Namen um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was Ihre Spenden bei Furaha, Odette und Rita Positives bewirken konnten.

Furaha Benite Mudiahama Buhendwa – 58 Jahre, 15 Kinder

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Furaha Benite arbeitet im kleinen Dorf Bushumba nahe am Kivu-See. Sie ernährt ihre ganze Familie dank ihrer landwirtschaftlichen Aktivitäten. Dabei baut sie Maniok, Mais und Rohrzucker an. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie begonnen, Kaffee anzubauen, eine zusätzliche Einnahmequelle.

Um mit der Agrar-Produktion zu beginnen, hat sich Bénite einer landwirtschaftlichen Genossenschaft angeschlossen (RAEK). Dies ermöglicht ihr verschiedene Aufgaben gemeinschaftlich zu erledigen (waschen und trocknen des Kaffees) und sichert einen gewinnbringenden Markt für die Mitglieder. Das hat den weiteren Vorteil, weniger Steuern zahlen zu müssen und sofort bei der Ernte bezahlt zu werden.

“Ich bin eine Anführer-Frau, ich muss mich für meine Kinder einsetzen!“

Dank dem Kaffee-Anbau hat Bénite ihre Einkünfte signifikant erhöht und konnte ihren Alltag durch den Bau ihres Blechhauses verbessern. Sie wurde somit zu ersten Frau des Dorfes, die ihr Haus selbst gebaut hat. Ihr Ehrgeiz und ihre Autonomie sind beispielhaft für viele weitere Frauen der kleinen Ortschaft. Sie definiert sich selbst als Anführer-Frau und zögert nicht ihre Aktivitäten zu fördern um die Wichtigkeit des kollektiven Handelns zu unterstreichen und Frauen zu ermutigen, auch zu emanzipieren.

„Ich bin sehr stolz darauf, andere Frauen zu bewegen, sich zusammen zu setzen und Kaffee anzubauen, um ein gutes Einkommen zu erwirtschaften. Wenn Frauen selbst anbauen, bleibt das Geld in der Familie.“

Odette Nshobole – 20 Jahre

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Odette ist ein junges Mädchen aus Süd-Kivu, die bis zum Erhalt ihres Gymnasium-Diploms die Schule besuchte. Für weitere Studien fehlte das Geld. Seit zwei Jahren arbeitet sie nun gemeinsam mit ihren Eltern auf dem Familien-Hof, wo 16 Menschen, darunter 5 Erwachsene und 11 Kinder leben.

Auf dem Hof werden kleine Parzellen bewirtschaftet: Maniok, Bohnen, Mais, Jamswurzel und Kartoffeln dienen als Grundnahrung. Die Produktion reicht knapp für die Ernährung der Familie. Bei Geldbedarf für Schule und Ärzte verkauft die Familie Bananen oder ein Huhn.

Odette und ihre Familie werden seit zwei Jahren von der NGO Amis du Kivu begleitet, um die Fruchtbarkeit ihrer Böden vor der Bodenerosion zu schützen. Es wurde ein Kompost eingerichtet, die einen natürlichen Dünger herstellt und so die Ernte der Bohnen verdoppelt. So kann ein Teil verkauft werden, mit dessen zusätzlichen Einkünften das Haus renoviert und die Kinder zu Schule gehen können.

Rita Mastaki – 35 Jahre, 9 Kinder

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Rita ist Mutter und Ehefrau und widmet jeden Tag der Bildung, Hausarbeit und Ernährung ihrer Familie.

5h00: Rita steht auf und geht Wasser am Dorfbrunnen für ihre Familie holen, das für den ganzen Tag reichen wird.

5h30: Sie weckt ihre Kinder auf und bereitet ihnen ein leichtes Mahl vor, bevor sie zwei Stunden zu Fuß in die Schule gehen.

6h00: Die Kinder beginnen ihren Weg in die Schule und kommen gegen 15h wieder zuhause an. Rita macht den Haushalt und arbeitet auf den Feldern rund um das Haus, während ihr Mann auf Ackerflächen arbeitet, die weiter weg liegen.

13h00: Rita hackt Holz, das später zum Kochen des Essens dienen wird.

15h00: Sie kommt nach Hause um ihre Kinder zu empfangen und bereitet das Abendessen zu, das das einzige nahrhafte Mahl am Tag ist. Das älteste Kind hilft seinen Geschwistern bei den Hausaufgaben bevor sie draußen spielen können.

18h30: Bei Abenddämmerung ruft Rita ihre zum Abendessen, das mit einer Petroleum-Lampe beleuchtet wird. Die Familie verbringt den Rest des Abends damit, gemeinsam zu plaudern und gehen gegen 20:30 Uhr schlafen.

„Meine Priorität wenn ich genug Geld haben sollte, ist es meine Kinder in die Schule zu schicken.“